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DAMALS: „Lachendes Burgheim“ trieb zum Jubiläum dem närrischen Volk Tränen in die Augen

Großartige TSV-Faschingssitzung mit Pfeffer, Pfiff und Paprika bot Bestes aus 20 Jahren

Burgheim (fm). Bei der Auftaktsitzung des „Lachenden Burgheim“ feierte am Faschingssamstag abend im völlig ausverkauften Brucklachner-Saal eine erstmals vor zwei Jahrzehnten verwirklichte großartige Idee ein glanzvolles Jubiläum, das an Witz, Humor und Geist kaum mehr zu überbieten war. Dieses „einstimmige Urteil“ – das war den donnernden Beifallsstürmen unmißverständlich zu entnehmen – fällten die begeisterten Gäste des vom TSV Burgheim veranstalteten Faschingsvergnügens.

Und in der Tat bot das mit Pfeffer, Pfiff und Paprika trefflich gewürzte vierstündige Eigenbau-Programm nicht nur aufpoliertes Beste aus den vergangenen 20 Jahren, sondern trieb dem närrischen Volke bei der überwiegenden Zahl der allesamt gelungenen 16 Beiträge buchstäblich auch die „Tränen vor Lachen“ in die Augen. Nach der kurzfristige eingeschobenen Wiederholung am gestrigen Sonntag gibt das „Lachende Burgheim“ heute abend u 20 Uhr seine Schlußvorstellung. Maßgeblichen Anteil am Gelingen hatte „Stimmungskanone“ Werne Groschwitz, der nach neunjähriger Abstinenz als publikumserfahrener Conferencier locker und leicht – bisweilen auch seicht – durch die Jubiläumssitzung führte und überdies für die Gesamtorganisation verantwortlich zeichnete. Für den musikalischen Rahmen war Max Blei mit seinem „Sound-Express“ zuständig, der den Gästen beim „tanz in den Morgen“ später noch tüchtig einheizte.

„Prominente und Normale“

Schallendes Gelächter erntete Groschwitz bereits bei der Begrüßung, als er „Prominente und Normale“ herzlichst willkommen hieß. Zu ersterer „Spezies“ gehörten unter anderem Ortspfarrer Johannes Paul, „der Bettler von Burgheim“, Landtagsabgeordneter Rudolf Engelhard, die Bezirksräte Eva Hell und Michael Flammensböck, Landrat Dr. Richard Keßler, Bürgermeister Manfred Ludwig („Der daucht ja nix!“), weitere „farbschillernde Politische“ sowie TSV-Chef „Schorsch“ Neubauer, der „Meister“ des (kommunalen) „Beamten-Dreikampfes im Knicken-Lochen-Ablegen“. Es durfte gelacht werden, und keiner nahm´s übel.

Danach brannten die Aktiven – ob nun in Wort, Lied oder Tanz – ein strahlendes Feuerwerk der guten Laune ab, dessen publikumswirksame Leuchtraketen – vornehmlich in der „ersten Halbzeit“ – zielsicher einschlugen. Einen der größten Knaller des Abends überhaupt bescherte der „Man mit der schärfsten Linse und dem schönsten Stativ“, Burgheims „filmloser Fotograf“ Peter Popanda. Bei seinen lachmuskelstrapazierenden „Abmagerungskur-Erlebnissen“ speckte die Gäste allein schon beim Zuhören ab! Während des Schunkelliedes „Mein schönes Burgheim“ (Inge Bauer und Manfred Martin) konnte sich das Publikum für den Auftritt der „Frau in der Bütt“ (Gerdi Zeller), die die Herren der Schöpfung auf Korn nahm, ein wenig erholen.

Burgheim Allerlei

Viele „Nägel auf die Köpfe“ traf die „größte Ratschkathl in der Marktgemeinde“ – alias Ratsherr Karl Mack – bei seinem ausgiebigen, aber dennoch köstlichen mundenden Humor-Menü „Burgheimer Allerlei“. Da wurden nicht nur Gewerbetreibende und Geschäftsleute, Pfarrer und Bürgermeister und sonstige „interessante Leute“ durch den Kakao gezogen, sondern auch manch Seitenhieb verteilt. Beispielsweise bei der Frage „Ja, wo is er denn, da Reinhardt? Wetten der kommt wieder!“. Sein Fett bekam aber auch Gemeindeoberhaupt Ludwig ab, der „wegen der Jubilar-Fotos in der Zeitung gerne ein Altersheim in Burgheim“ hätte.

Donnernden Applaus erntete Inge Bauer, Gaby Nagl, Gerdi Zeller und Regina Blei für ihr „Schwiegermutterlied“ samt „Parademarsch“. Ob nun „Lohenhäuser“ oder „Tannengrün“, „Flederbaron“ oder „Zigeunermaus“ – Opernbesucher Erwin Faller („Im Salz kam ma guat – Ham´ses schon probiert?“) hatte mit seinen „Erlebnisberichten aus dem prallen Leben“ die Lacher auf seiner Seite. Die „männersuchende Burgheimer Vroni“ (Gaby Nagl) – trotz „prächtiger West- und Ostfassade“ immer noch solo – entließ die Besucher in die wohlverdiente Pause.

Einmaliges Bauernballett

Mimischer und akustischer Höhepunkt des zweiten Teils war zweifelsohne das „zum Brüllen“ animierende „Burgheimer Bauernballett“ (Faller Erwin, Peter Popanda, Josef Faller, Fredi Martin, Peter Wiedemann). Diese in „tramhappeter Einmaligkeit“ gebotene Vorstellung samt Zugabe lohne allein schon den Besuch im „Lachenden Burgheim“ Als „King von Sing-Sing“ bewies anschließend Multitalent Groschwitz, daß er während der „Ruhejahre“ nichts von seinem Können eingebüßt hat. Gleiches galt für „Wiederkehrer“ Alfons Heimbüchler, den „kundigen Mann mit der spitzen Zunge und der starken Hand“, der sich bestens auskannte in der Marktgemeinde-Politik.

Mit dem Schunkler „Jetz´bleib ma no a bisserl da“ sang Regina Blei den „unweigerlich letzten Block“ ein, bei dem drei tolle Can-Can-„Tänzerinnen“ aus Paris (Erwin Faller, Werner Groschwitz, und Alfons Heimbüchler) behenden Fußes über die Bühnenbretter wirbelten. Die Puste der „drei Grazien“ reichte glücklicherweise für die stürmische geforderten Zugabe aus. Mit komischen Lieder-Variationen – dargeboten vom „quetschenden“ Fredi Martin und dem großartigen Peter Wiedermann „an der Gitarre“ – klangen die fröhlichen Stunden im „Lachenden Burgheim allmählich aus.

Ehrung für Mitgründer

Vor dem Schlußlied überreichte TSV-Vorsitzender Neubauer Bühnen-Jubilar Erwin Faller, der als einziger Aktiver von Anfang an dabei war, einen Zinnteller und bedankte sich bei allen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen für die großartigen Leistungen.

 Neuburger Rundschau 15. Februar 1988

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